Pressemitteilung

CDU Darmstadt setzt sich für bevorzugte Impfungen von niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten ein

Trotz höherer Ansteckungsgefahr gehören niedergelassene Pädiater nicht zur priorisierten Impfgruppe

Darmstadt Fieber, Husten, Unwohlsein – bloß ein normaler Infekt oder steckt etwa Corona dahinter? Nicht nur, wer derzeit selbst schnieft und schwächelt, dürfte sich diese Frage gestellt haben. Besonders Eltern jüngerer Kinder sind oftmals besorgt, wenn der Nachwuchs in Pandemie-Zeiten Krankheitssymptome zeigt. Schon vor Corona litten die Mehrzahl aller Kleinkinder, die zu einem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder eine Notaufnahme gebracht wurden, unter Atemwegsinfekten. Das erläutert Dr. Annette Brunert, Oberärztin an den Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret.


Doch konnten sich die Ärzte vor Corona sicher sein, bei der Untersuchung der hustenden Kleinen nicht mit einem besonders für Risikogruppen gefährlichen Virus in Kontakt zu kommen, ist die Sorge vor Ansteckung inzwischen ständiger Begleiter. Niedergelassene Kinderärzte, insbesondere in den Bereitschaftsdienstzentralen laufen Gefahr, sich zu infizieren. Denn: Wer von ihnen keiner Risikogruppe angehört, ist noch nicht geimpft. „Niedergelassene Ärzte generell gehören nicht zu den Medizinern, die bevorzugt geimpft werden“, erläutert Brunert. Nicht nachvollziehbar sei das, so Brunert, die bei den Kommunalwahlen für die CDU Darmstadt auf Listenplatz 10 kandidiert. Da sie sich als Ärztin innerparteilich besonders für Gesundheitsthemen stark macht, gehören der Schutz von Kollegen und Patienten zu den Aufgaben, denen sich die Mutter einer kleinen Tochter widmet. Und genau diesen Schutz sieht sie bei der derzeitigen Impfreihenfolge gefährdet.


Zwar sei die Einordnung in Impfkategorien grundsätzlich Aufgabe des Bundes. Dennoch gebe es einen gewissen Spielraum für Städte und Gemeinden bezüglich der Priorisierung einzelner Personengruppen, so die Oberärztin. Deswegen wollen Brunert und die CDU Darmstadt erreichen, dass auch niedergelassene Kinderärzte zu den bevorzugt geimpften Personengruppen gehören. „An Wochenenden, mittwochs- und freitagnachmittags arbeiten die niedergelassenen Kollegen in ihrer Funktion als Bereitschaftsdienstärzte schließlich direkt neben den Klinikärzten der Notaufnahme“, sagte Brunert. Sie kämen als erste in Kontakt mit möglicherweise infizierten Kindern, denn ihre Aufgabe sei es, zu entscheiden, wer ins Krankenhaus eingewiesen werden muss.


Dass sie dabei einem hohen Risiko ausgesetzt sind, zeigte zuletzt der Fall eines Kinderarztes aus dem nahen Odenwald. Der erfahrene Kinderarzt hatte sich vermutlich bei seiner Arbeit mit dem Corona-Virus infiziert. Anfang dieses Monats starb er an den Folgen.


In Darmstadt lenkte ein niedergelassener Kinderarzt mit einem Brief an die Kassenärztliche Vereinigung den Fokus auf die Risiken, denen er und seine Kollegen ausgesetzt sind. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich mich anstecke“, hieß es darin unter anderem. Der Arzt wolle seinen Bereitschaftsdienst deswegen nur unter Einschränkungen wahrnehmen.
Bei der Arbeit mit kleinen Kindern sei es besonders schwierig, Abstände einzuhalten, weiß Brunert. So müsse Kindern bei der Untersuchung unter anderem mithilfe eines Spatels in den Hals geschaut werden. „Dabei kann man nicht nur keinen Abstand halten, es lässt sich auch nicht vermeiden, dass man angeatmet oder angehustet wird." Erschwerend komme hinzu, dass Corona-Symptome bei Kindern oft unspezifisch seien. Während Erwachsene oftmals über Husten, Geschmacksverlust und Atemprobleme klagten, könnten Kinder völlig andere Beschwerden haben. „Das reicht von Husten, Schnupfen, Fieber und Kopfschmerzen über Bauchschmerzen bis hin zu Durchfällen und Erbrechen.“ Eine vermeintliche Magengrippe könne also auch eine Infektion mit dem Corona-Virus sein.


„Es kann nicht sein, dass die niedergelassenen Kollegen, die Seite an Seite mit Klinikärzten arbeiten, solchen Gefahren ausgesetzt sind“, fasst Brunert zusammen. Für sie und die CDU Darmstadt sei es deswegen ein besonderes Anliegen, sich dafür einzusetzen, dass Kinder- und Jugendärzte in Darmstadt ebenfalls zu der Gruppe der bevorzugt zu impfenden Personen gehören. „Der Spielraum, den Städte und Kommunen bei der Einteilung haben, muss genutzt werden.“

 

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